27.05.2017 - Vincent Peirani & Emile Parisien
Gedächtniskirche | 67346 Speyer
27.05.2017 - Dieter Ilg Trio
Gedächtniskirche | 67346 Speyer
03.06.2017 - Jan Felix May & Band feat. Torun Eriksen
Festungsanlage Fronte Beckers | 76726 Germersheim
03.06.2017 - China Moses
Festungsanlage Fronte Beckers | 76726 Germersheim
10.06.2017 - Sebastian Studnitzky KY Quartett
Villa Böhm | 67433 Neustadt a.d. Weinstraße
10.06.2017 - Lars Danielsson Group
Villa Böhm | 67433 Neustadt a.d. Weinstraße
11.06.2017 - palatia Jazz Youth Day
Festungsanlage Fronte Beckers | 76726 Germersheim
01.07.2017 - Dock In Absolute
Villa Ludwigshöhe | 67480 Edenkoben
08.07.2017 - Shalosh
Villa Ludwigshöhe | 67480 Edenkoben
08.07.2017 - Jazz - The Story
Villa Ludwigshöhe | 67480 Edenkoben
21.07.2017 - Florian Favre Trio
Klosterruine Limburg | 67098 Bad Dürkheim
21.07.2017 - Tingvall Trio
Klosterruine Limburg | 67098 Bad Dürkheim
22.07.2017 - Omer Klein Trio
Klosterruine Limburg | 67098 Bad Dürkheim
22.07.2017 - Ambrose Akinmusire Quartet
Klosterruine Limburg | 67098 Bad Dürkheim
05.08.2017 - Thomas Siffling Flow
Park vor Villa Wieser | 76863 Herxheim-Landau
05.08.2017 - Étienne MBappé & The Prophets
Park vor Villa Wieser | 76863 Herxheim-Landau
 
 
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10.06.2017 - Lars Danielsson Group
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01.07.2017 - Jacob Young, Trygve Seim & Marcin Wasilewski Trio
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21.07.2017 - Florian Favre Trio
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Metropolregion Rhein-Neckar

Geschichten, die die Winde erzählen

04.08.2014

Grandioses Konzert des Charles Lloyd New Quartet bei Palatia Jazz in der Festungsanlage Fronte Beckers in Germersheim

Man konnte sie hören und spüren: die ruhevollen wie die wilden Kräfte der Natur, die das Spiel von Charles Lloyd durchpulsen. Die friedvollen Wälder seiner nordamerikanischen Heimat, die Geister seiner Ahnen, amerikanischer Ureinwohner, die Winde, welche alte Geschichten erzählen. All dies tönt im Spiel des großen Tenorsaxofonisten, der mit seinem New Quartet ein grandioses Konzert bei Palatia Jazz in der Festungsanlage Fronte Beckers in Germersheim gab.

Charles Lloyd (links), begleitet von Bassist Joe Sanders vom Gerald Clayton Trio. FOTO: VANzoom
Charles Lloyd (links), begleitet von Bassist Joe Sanders vom Gerald Clayton Trio. FOTO: VAN
Sang raffiniert arrangierte Popsongs: Lisette Spinnler.
FOTO: VAN
Sang raffiniert arrangierte Popsongs: Lisette Spinnler.
FOTO: VAN

Mit den verschiedensten Bandbesetzungen ist Charles Lloyd in den vergangenen Jahren bei diesem Festival für Jazz und Anderes aufgetreten, sei es mit dem Gitarristen John Abercrombie, der Pianistin Geri Allen oder mit Jason Moran. Mit wem immer der große amerikanische Saxofonist zusammenwirkt,  sein Spiel ist immer sehr inspirierend für seine Musizierkollegen, was nun gleichfalls zu spüren war.
     Eine vollkommene Balance zwischen Ruhe und Erregung, Tiefe und Kraft eröffnete dieses Quartettspiel: ein Abbild der Natur. Große Weite, Weisheit und Spiritualität brachte Lloyd in sein Spiel. Und es ist immer eine große Magie des Klangs, die er dabei erreicht.
      In den Balladen ganz besonders, wenn er die Töne in abgedämpften Registern insWeite schweben lässt. In weitgeschwungenen Bögen schickte der Tenorist die melodischen Linien auf Reise. Große Erregung fand er damit, wenn er aus der Ruhe heraus seine Läufe aufbäumte, ihnen in flackernden Bebop-Strömen und kräftig durchpulstem Non-Legato starke Expression abgewann.
     Eine Intensität des Lyrischen ist es, was er seinem Horn in den Balladen entwindet. Schmiegsam gleitende flüssig quellende Linien erfüllt er mit größter Beseeltheit. Tiefe Inspiration und ungebändigte Hardbop-Stürme sind Ausdruck einer großen Meisterschaft. Das Taragot, eine volkstümliche Klarinettenart spielte er zunächst, wechselte dann zur Flöte und später wiederum zum Tenorsaxofon.
      Begleitet wurde Charles Lloyd vom Gerald Clayton Trio, das in der Vergangenheit gleichfalls schon bei Palatia Jazz zu Gast war. Es ist ein sehr entspanntes, abgeklärtes und fast reduktionistisches Spiel, das Clayton in die Tasten setzt. Lakonisch und federleicht ließ er seine minimalistischen Läufe dahinfliegen: ein Minimalismus, der sich kaum in süßlichem Wohlklang ergießt, sondern immer wieder Sperriges einfließen lässt. Oder Bluesiges. Denn der Blues ist die Basis für sein Spiel.
     Dabei kann er kantige Anklänge an Monk ebenso einflechtenwie Erinnerungen an weitere große Klassiker des Jazzpianos. Zwischen Tradition und Moderne ist Claytons Spiel bestens ausgependelt. Der Pianist ist ein Meister der Variation. Unendlich lange kann er Themen und Motive aufdröseln, verändern, kreisen lassen, mit Brisanz erfüllen.
     Den Blues nahmsich Clayton gerne zur Brust, ließ ihn dabei umso lieber aus dem harmonischen Rahmen laufen, würzte ihn mit Dissonanzen und Widerhaken. In den Balladen offenbarte Clayton seine romantische Ader in melodiösen Soli. Starke Begleitarbeit leisteten des Bassist Joe Sanders, der ebenso viel Beredsamkeit und tanzenden Elan ins Spiel brachte wie der facettenreich trommelnde Schlagzeuger Justin Brown. Eine fröhliche Calypso-Nummer ließ das Quartett gegen Ende hören. In einer Ballade schwang Expression und große Sehnsucht gleichermaßen. Eine Sternstunde großermusikalischer Inspiration.
     Im Vorprogramm spielte das Christoph Stiefel Inner Language Trio, das zwischen ambitioniertem New-Jazz und Art-Pop oszillierte. Raffiniert arrangierte Popsongs sang Lisette Spinnler mit dunkel samtiger Stimme, führte sie in sinnliche Scatgesänge und frei schweifende Erkundungen, die sie mit dem Bandchef und Pianisten Christoph Stiefel unternahm.
     Eigenkompositionen aus dessen Feder bereicherten das Programm, irreal schwebende, traumverhangene Elegien wie das von unwegsamen Harmonien durchzogene „Quiet flower“ oder „Isorhythmus 2.2“, das in verzweigten Unisonoläufen und kantigen Rhythmen gleichermaßen Intensität gewann.

von Rainer Köhl

DIE RHEINPFALZ — NR. 178
MONTAG, 4. AUGUST 2014

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