10.07.2021 - Kadri Voorand & Mihkel Mälgand
Festungsanlage Fronte Beckers | 76726 Germersheim
10.07.2021 - Rymden
Festungsanlage Fronte Beckers | 76726 Germersheim
23.07.2021 - Shri Sriram Quartet
Klosterruine Limburg | 67098 Bad Dürkheim
23.07.2021 - Nils Petter Molvær Group
Klosterruine Limburg | 67098 Bad Dürkheim
24.07.2021 - Marius Neset Quartet
Klosterruine Limburg | 67098 Bad Dürkheim
24.07.2021 - Jazzanova
Klosterruine Limburg | 67098 Bad Dürkheim
31.07.2021 - Emil Brandqvist Trio
Park der Villa Wieser | 76863 Herxheim-Landau
31.07.2021 - Tingvall Trio
Park der Villa Wieser | 76863 Herxheim-Landau
 
 
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Klingende Idyllen am Wasser

24.06.2015

Trio-Projekt Mare Nostrum eröffnet Palatia Jazz in Speyer

Spielte bei Palatia Jazz in Speyer:
Trompeter Paolo Fresuzoom
Spielte bei Palatia Jazz in Speyer:
Trompeter Paolo Fresu

Zweimal, an exponierter Stelle jeweils zum Schluss der beiden Konzerthälften, lässt Richard Galliano die Melodieknöpfe seines Akkordeons unberührt, zieht den Balg des Instrumentes aber nach wie vor auseinander und wieder zusammen. Das ergibt ein Geräusch wie wenn es atmen würde, ein und aus in ruhigem Gleichmaß.

Oder auch: wie die Wellen eines Gewässers, die sachte ans Ufer schwappen, um sich gleich wieder genauso gemächlich zurückzuziehen. Eben das ist wohl die gemeinte programmatische Aussage. Denn alle Mitglieder des Trios, das seine erste CD unter das Motto "Mare Nostrum" gestellt hat, sind nahe am Meer aufgewachsen: Richard Galliano in Frankreich, Pianist Jan Lundgren in Südschweden, Trompeter Paolo Fresu auf Sardinien. Und in ihrer Musik malen sie genüsslich akustische Seestücke aus, deren Stimmung an die Bilder der Impressionisten erinnert, mit dem irisierenden, zu meditativer Versenkung einladenden Spiel des Lichtes auf nur sanft gekräuselten Wasseroberflächen.

Von unserem Mitarbeiter Matthias Spindler

 

Zarte Wehmut

Vor allem die Töne aus Richard Gallianos Akkordeon rufen solche Assoziationen wach; betörend schillernd im Klangcharakter und zugleich von einer alles durchdringenden zarten Wehmut geprägt. Erst recht wenn er zur mundgeblasenen Akkordina greift, drängt sich der Vergleich mit der elegischen Mundharmonika eines Toots Thielemans auf. Bloß fehlen dem Franzosen - zumindest in dieser Gruppe - dessen Härten und Kanten in der Improvisation. Umso mehr scheint die gefühlige Tradition von Chanson und Musette hervor, in der Richard Galliano groß wurde.

Betont lyrisch agieren auch seine beiden Kollegen, Jan Lundgren mit oft eher klassisch als jazzig anmutender Pianistik und Paolo Fresu mit bedächtig ausgehaltenen langen Tönen auf Trompete und Flügelhorn; in überwiegend eigenen Kompositionen, die teilweise schon von der noch unveröffentlichten zweiten CD des Trios stammen.

Das alles ist fast zu schön, um wahr zu sein. Aber wunderbar ausgefeilt und hoch virtuos gemacht. Mehrere Zugaben erzwingt das begeisterte Publikum in der Speyerer Gedächtniskirche.

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 24.06.2015