10.07.2021 - Kadri Voorand & Mihkel Mälgand
Festungsanlage Fronte Beckers | 76726 Germersheim
10.07.2021 - Rymden
Festungsanlage Fronte Beckers | 76726 Germersheim
23.07.2021 - Shri Sriram Quartet
Klosterruine Limburg | 67098 Bad Dürkheim
23.07.2021 - Nils Petter Molvær Group
Klosterruine Limburg | 67098 Bad Dürkheim
24.07.2021 - Marius Neset Quartet
Klosterruine Limburg | 67098 Bad Dürkheim
24.07.2021 - Jazzanova
Klosterruine Limburg | 67098 Bad Dürkheim
31.07.2021 - Emil Brandqvist Trio
Park der Villa Wieser | 76863 Herxheim-Landau
31.07.2021 - Tingvall Trio
Park der Villa Wieser | 76863 Herxheim-Landau
 
 
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Festungsanlage Fronte Beckers | 76726 Germersheim
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10.07.2021 - Rymden
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23.07.2021 - Shri Sriram Quartet
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23.07.2021 - Nils Petter Molvær Group
Klosterruine Limburg | 67098 Bad Dürkheim
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24.07.2021 - Marius Neset Quartet
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Jazz aus dem Garten

19.06.2019

Palatia Jazz bietet ab Freitag wieder internationale Stars an historischen Spielorten in der Pfalz - Ein Besuch bei Festivalleiterin Yvonne Moissl

von Dietrich Wappler

Wie gewohnt in Speyer startet die 23. Ausgabe von Palatia Jazz. Bis Anfang August folgen acht Konzerte an historischen Spielorten in der Pfalz. Die Musiker kommen aus der ganzen Welt, aber gemacht wird das Festival in Niederkirchen bei Deidesheim. Zwischen Weinbergen und ländlichen Giebelhäuschen ist hier ein kreativer Ort entstanden mit viel Musik und einem bezaubernden Garten.

Rosen und Fuchsien sind in voller Blüte, auch Rosmarin, Thymian und Olivenkraut sehen vielversprechend aus. 90 Petunien in Töpfen warten auf der Terrasse noch aufs Einpflanzen. Yvonne Moissl strahlt mit ihrem Garten um die Wette. Ein kleines Paradies hat sie sich hier geschaffen. Vor drei Jahren hat die 58-Jährige das Anwesen mit Wohnhaus, Hof und Nebengebäuden und 1000 Quadratmeter Garten angemietet und ist mit ihrem Mann hierhergezogen. Das alte Domizil in Deidesheim war einfach zu klein geworden.

Hier entsteht also, neben einigen anderen Projekten, das Festival Palatia Jazz . Dafür ist ein Büro nötig, eine gute Musikanlage und – unverzichtbar – ein blühender Garten, in dem, wann immer Zeit ist, gewerkelt wird. „So ähnlich wie der Garten wird auch das Festival komponiert“, sagt Yvonne Moissl. Bei ihr heißt dies, dass nicht nur langfristige Planung, sondern auch „ganz viel Bauchgefühl“ dazu gehört. Sie hört einen Musiker bei einem der vielen Konzerte oder Festivals, die sie besucht, oder bekommt eine CD in die Hände und denkt, „das ist toll, das passt zu unserem Festival“. Aus vielen Ideen und spontanen Eingebungen entsteht dann irgendwann ein fertiges, im besten Fall rundum harmonisches Programm.

Das ist aber nicht immer so einfach. Bei Palatia Jazz gibt es eine Reihe von Einschränkungen, die verhindern können, dass das Wunschprogramm in Erfüllung geht. Das fängt bei den Finanzen an: Nach dem Wegfall von Sponsoren ist das Festival kleiner und kompakter geworden. Bei 350.000 Euro liegt aktuell der Etat, 60 Prozent davon muss der Kartenverkauf abdecken. Zudem finden die Palatia-Jazz-Konzerte überwiegend an Samstagen und als Open-Air-Veranstaltungen an unterschiedlichen Orten statt. Nicht bei jeder Band passt das in den Tourkalender, und der logistische Aufwand für die historischen Spielorte ist beträchtlich. Das sind schließlich keine Konzerthallen, sondern Klosterruinen, Parks oder ehemalige Festungsanlagen.

Wer Yvonne Moissl in Niederkirchen besucht, bekommt schon mal einen kleinen Eindruck, was hier alles transportiert und installiert werden muss. Hier und an zwei weiteren Orten ist praktisch ein ganzes Festival eingelagert: 750 Stühle, 10.000 Gläser, Stehtische, Tischdecken, Windlichter, Kabel, Werkzeug, Spülmaschinen. Bei Palatia Jazz bekommt der Gast nicht bloß gute Musik, sondern auch Weine aus der Pfalz und leckere Kleinigkeiten zu essen. Für viele Besucher macht diese Mischung aus Location, Kulinarik und Jazz die besondere Attraktion dieses Festivals aus. Aus einem Umkreis von 100 Kilometern reisen sie an, manche buchen schon Monate im Voraus ihre Hotelzimmer und Plätze in der ersten Reihe.

Natürlich muss Yvonne Moissl bei der Programmgestaltung auf ihr Publikum, das nur zu Teilen ein ausgewiesenes Jazzpublikum ist, Rücksicht nehmen. „Die totale Avantgarde geht nicht“, räumt die Festivalleiterin ein. „Aber wir wollen zeigen, was aktuellen Jazz vor allem in Europa ausmacht.“ Das schließt nicht aus, dass US-amerikanische Stars wie die Saxophonisten Charles Lloyd und Joshua Redman im Programm sind. Aber den Schwerpunkt bildet auch diesmal Europa mit Musikern wie dem Polen Adam Baldych, dem Luxemburger Gerome Klein, dem skandinavisch-britischen Trio Phronesis oder Mare Nostrum, einem Projekt des sardischen Trompeters Paolo Fresu, des französischen Akkordeonspielers Richard Galliano und des schwedischen Pianisten Jan Lundgren. Seit zwölf Jahren gibt es dieses Trio, zum dritten Mal kommen sie jetzt in die Pfalz.

Junge Talente vorzustellen, die Entwicklung von Musikern zu verfolgen, das gehört zum Festivalkonzept. „Wir haben kein Interesse an Eintagsfliegen, wir wollen Partnerschaften aufbauen“, betont Yvonne Moissl. Das israelische Trio Shalosh oder der französische Pianist Jean-Marie Machado waren schon vor Jahren als noch weitgehend Unbekannte beim Festival, nun kann man sie als gestandene Musiker erneut erleben.

Beim Gärtnern ist es ja auch so, dass man Neues ausprobiert, an Bewährtem festhält und manchmal eine Überraschung erlebt. So war das in diesem Jahr mit Joshua Redman, den Yvonne Moissl gerne fürs Festival buchen wollte, aber angesichts der hohen Gagenforderung ließ sie die Sache fallen. Dann war plötzlich noch ein Tourtermin frei zwischen Venedig und Den Haag, die Gage wurde neu verhandelt, und nun eröffnet Redman mit seinem Quartett den auf drei Bands angewachsenen Abend in Germersheim. Glück braucht man als Festivalmacher also manchmal auch. Und sonst: „Herz, Energie, Kraft und viel Liebe“, antwortet Yvonne Moissl, ohne lang nachzudenken. Einen schönen Garten kann man mit diesen Zutaten übrigens auch anlegen.

Termine

 - 21. Juni: Younee, Mare Nostrum in Speyer - 29. Juni: Shalosh, Bill Laurance in Neustadt - 6. Juli: Jerome Klein, Bill Evans & The Spy Killers auf Villa Ludwigshöhe - 13. Juli: Joshua Redman, Dock in Absolute, Jarrod Lawson in Germersheim - 20. Juli: Theo Croker, Charles Lloyd auf der Limburg - 3. August: Phronesis, Adam Baldych in Herxheim - Komplettes Programm und Karten im Netz: www.palatiajazz.de, Karten bei der RHEINPFALZ und weiteren Vorverkaufsstellen.</

Quelle

Ausgabe Die Rheinpfalz - Nr. 140
Datum Mittwoch, den 19. Juni 2019