10.07.2021 - Kadri Voorand & Mihkel Mälgand
Festungsanlage Fronte Beckers | 76726 Germersheim
10.07.2021 - Rymden
Festungsanlage Fronte Beckers | 76726 Germersheim
23.07.2021 - Shri Sriram Quartet
Klosterruine Limburg | 67098 Bad Dürkheim
23.07.2021 - Nils Petter Molvær Group
Klosterruine Limburg | 67098 Bad Dürkheim
24.07.2021 - Marius Neset Quartet
Klosterruine Limburg | 67098 Bad Dürkheim
24.07.2021 - Jazzanova
Klosterruine Limburg | 67098 Bad Dürkheim
31.07.2021 - Emil Brandqvist Trio
Park der Villa Wieser | 76863 Herxheim-Landau
31.07.2021 - Tingvall Trio
Park der Villa Wieser | 76863 Herxheim-Landau
 
 
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Open Air der jüngeren Generation

20.07.2016

Palatia Jazz präsentiert am Freitagabend auf der Limburg den Trompeter Christian Scott und die Pianistin Hiromi Uehara

Alljährlich kommt das Festival Palatia Jazz an zwei Abenden auf die Limburg. Das ist auch heuer so, wobei wieder einige Höhepunkte und internationale Stars auf der beliebten Open-Air-Bühne zu erleben sein werden. Zwei Stars der jüngeren Generation gastieren mit ihren Bands am ersten Abend an diesem Freitag: der Trompeter Christian Scott ab 19.30 Uhr mit seinem „aTunde Adjuah Octet“ und danach die Pianistin Hiromi Uehara mit ihrem Trio.

Spielt nur Wesentliches auf seinem Instrument: Christian Scott stammt aus
New Orleans, der Wiege der Jazz-Trompete.                                    .zoom
Spielt nur Wesentliches auf seinem Instrument: Christian Scott stammt aus
New Orleans, der Wiege der Jazz-Trompete. .
Virtuosität, Spiellust, haarsträu- bende Energie und Spaß: Hiromi Uehara ist inspiriert durch ryhthmisch-motorische Komplexität.zoom
Virtuosität, Spiellust, haarsträu- bende Energie und Spaß: Hiromi Uehara ist inspiriert durch ryhthmisch-motorische Komplexität.

Christian Scott stammt gewissermaßen aus der Wiege der Jazz-Trompete: aus New Orleans. Dort, wo King Oliver und Louis Armstrong den Grundstein legten und wo heute Größen wie Wynton Marsalis, Terence Blanchard oder Nicholas Payton den guten Stil des Instruments pflegen. Als sein Onkel, der Altsaxofonist Donald Harrison jr., den Zwölfjährigen bei einem Clubauftritt auf die Bühne holte, war für Christian Scott der weitere Weg vorgezeichnet. Harrison wurde Lehrer, Bandleader, Mentor. Sein Studium absolvierte Scott am Berklee College of Music in Boston. Danach zog er nach New York, veröffentlichte seine erste Aufnahme unter eigener Regie, dem bislang weitere CDs folgten. Bestrebt war Scott dabei, einen eigenen Ton zu finden und wurde fündig in einem rauchigen Klang, in der Art, wie Ben Webster das Tenorsaxofon spielte. „An diesem Ton habe ich zwei Jahre lang konzentriert gearbeitet“, gesteht Scott. „Mir gefällt das, weil die Trompete so eher wie eine menschliche Stimme klingt.

“Wer in New Orleans aufwächst, hat die Wurzeln studiert, hat bei street parades gespielt und in den Bands, die den guten alten Stil pflegen. Christian Scott ist aber auch ein Kind unserer Zeit und hat sich beim Hip-Hop und auch beim Rock umgehört, machte Aufnahmen an der Seite von Prince und dem Hip-Hop-MC Mos Def. Seine Musik groovt durch verquere Rhythmen hindurch und vertraut auf die Trance auslösende Kraft einfacher Ostinati wie einst Miles Davis, der zu seinen persönlichen Helden gehört. Ohne diesen zu kopieren, ist auch Scott ein Mann der musikalischen Ökonomie. Einer, der nur Wesentliches auf seinem Instrument spielt. Schöner Klang allein ist für Scott nicht das Maß aller Dinge. Sein Antrieb zur Kunst ist politischer Natur. Ganz ähnlich dem Impuls der zornigen schwarzen Männern der 60er Jahre, Archie Shepp oder Charles Mingus. Immer wieder finden sich in den Titeln seiner Kompositionen die Hinweise auf politisch motivierte Bekenntnisse zur Black-power-Bewegung. Stellungnahmen zu Unrecht und Gewalt an der afroamerikanischen Bevölkerung. Christian Scott nennt sich mittlerweile Atunde Adjuah mit Black muslim Namen und danach hat er auch seine Band benannt.

Hiromi Uehara ist ein neuer Star am Jazzpiano-Himmel. Die Japanerin begann als Kind mit klassischem Klavierunterricht, wobei auch ihr Jazzverständnis gefördert wurde. In den USA studierte sie dann Jazzpiano am renommierten Berklee College in Boston. Ihr CD-Debüt, durch Ahmad Jamal gefördert, nahm sie noch vor Abschluss ihres Studiums auf und erreichte 2003 in Japan Gold-Status. Sie hat weiterhin Aufnahmen im Duo mit Chick Corea eingespielt sowie mit dem Trio von Stanley Clarke. In den vergangenen Jahren spielt sie meist mit einem eigenen Trio, dem der Bassist Anthony Jackson und Schlagzeuger Simon Phillips angehören.
     Das Spiel der Pianistin ist inspiriert durch Art Tatum ebenso wie durch die rhythmisch motorische Komplexität eines George Antheil, was sie mit ebenso viel Virtuosität wie Spiellust verbindet. Von ihrer haarsträubenden Energie und ihrem Spaß sind Publikum und Presse gleichermaßen begeistert. Ihre zehnte CD hat sie mittlerweile veröffentlicht: „Spark“. öhl

Ausgabe Die Rheinpfalz - Bad Dürkheimer Zeitung - Nr. 167
Datum Mittwoch, den 20. Juli 2016
Seite 15