22.07.2022 - Ganna Gryniva Band
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22.07.2022 - Gerald Clayton Trio
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23.07.2022 - Leléka
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23.07.2022 - DePhazz / 25. Jubiläum
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29.07.2022 - Maciej Obara Quartet
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29.07.2022 - Pawel Kaczmarczyk Trio
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30.07.2022 - Triosence
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30.07.2022 - Adam Baldych Quartet
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Weltstar im Stadtpark

10.08.2021

25. Festival palatia Jazz zu Gast in Neustadt und Speyer mit Nils Petter Molvær, Lars Danielsson und anderen

Von Dietrich Wappler

Gleich zwei Doppelkonzerte gab es am zweiten Wochenende des 25. Festivals palatia Jazz. Noch einmal dominierte dabei der skandinavische Jazz, der beim abgesagten Festival des vergangenen Jahres den Programmschwerpunkt bilden sollte. Da waren auch der schwedische Kontrabassist Lars Danielsson mit seinem Liberetto-Projekt und der norwegische Trompetenstar Nils Petter Molvær eingeplant, jetzt endlich konnte man die beiden in Speyer und Neustadt erleben.

Kurz vor 18 Uhr stand am Sonntag ein perfekter Regenbogen über Neustadt, und alles war gut. Das betraf nicht bloß die vereinzelten Regenwolken, die sich endgültig verzogen hatten und einen angenehmen Festivalabend versprachen. Zu einem guten Ende gekommen war auch das Gastspiel des norwegischen Trompeters Nils Petter Molvær. Der 60-Jährige sollte eigentlich im Vorjahr vor großem Publikum auf der Limburg einer der Festivalstars sein, aber wegen Corona musste alles abgesagt werden. Molvær erkrankte selbst, erste Nachholtermine platzten, und dann stand auch die Klosterruine nicht mehr zur Verfügung. Aber jetzt erschien der längst zum Weltstar gewordene Trompeter auf der kleinen Bühne im frisch renovierten Park der Villa Böhm.

Dass Gitarrist Juhani Silvola nicht mit anreisen konnte, war auch kein großes Problem, Bassist Jo Berger Myhre griff zwischendurch zur E-Gitarre und erledigte den Job einfach mit. In Molværs Musik geht es ja auch weniger um einzelne Instrumente als um einen aus vielen, überwiegend verfremdeten Sounds verschmolzenen Gesamtklang. Bestimmt ist dieser von Molværs melancholisch verhangenem Trompetenton, dem die Elektronik eine breite Palette fast archaisch wirkender Klangfarben erlaubt. Aber deren Wirkung ist nur möglich über einen endlos strömenden Fluss aus Gitarrenharmonien, Basslinien und dem Perkussionsgetöse des wunderbaren Erland Dahlen, dessen Schlagzeugspiel aus Dutzenden fantasievollster Geräusch- und Klangerzeuger gespeist ist. Es entsteht eine flirrende, manchmal stampfende Klangwelle, die einen unglaublichen Sog entwickelt und sich unaufhörlich weiterzubewegen scheint.

Molvær und seine beiden Mitstreiter spielten ihren 90-minütigen Set pausenlos durch, ließen Stücke des neuen Albums „Stitches“ und ältere fast unmerklich ineinanderfließen, als wäre das alles ein großes sinfonisches Werk, das Jazz und Rock, akustisches Instrumentarium und elektronische Künstlichkeit, archaische Vergangenheit und visionäre Zukunft zu versöhnen scheint.

Blick in die Zukunft

Einen Blick in eine Zukunft, die aus der Vergangenheit kommt, hatten zu Beginn dieses Festivalabends auch vier junge Musiker aus Köln geboten. Jin Jim nennt sich das Quartett um den aus Peru stammenden Flötisten Daniel Manrique-Smith, ihre Musik erinnert an den Art Rock der 1970er-Jahre und ein kleines bisschen an Jethro Tull, ist aber dann doch leichtfüßiger, luftiger, nicht rockig-schwer, sondern von einem Hauch Latin getragen. Dem aktuellen Jazzgeschehen vermögen sie eine spannende Note hinzuzufügen.

Der Abend zuvor war kühl und windig, und niemand hatte etwas dagegen einzuwenden, dass die Konzerte nicht im Freien stattfanden. In der Gedächtniskirche in Speyer wird das Festival üblicherweise im Frühsommer eröffnet, jetzt war das neogotische Gotteshaus mit seinen in der Dämmerung bunt schimmernden Glasfenstern Spielort des zweiten Doppelkonzerts mit dem schwedischen Kontrabassisten und Bandleader Lars Danielsson und der aus Estland stammenden Sängerin und Pianistin Kadri Voorand.

Wandlungsfähige Estin

Letztere kann man genauso gut zu einem Folklorefestival oder zu stilistisch nicht allzu rigiden Klassik- oder Popevents einladen. Die virtuose Sängerin mit der wandlungsfähigen Stimme passt fast überall. Trotz aller Experimentierfreude sind die kurzen Songs melodisch geglättet und clever arrangiert. Alles findet hier seinen Platz, gesäuselte Poesie und dramatisches Songwriting, rhythmisierte Vokalsounds und die Folklore ihrer nordestischen Heimat. Ein Showtalent ist die 34-Jährige mit dem blonden Zopf obendrein. Für Mihkel Mälgand, ihren Begleiter am Kontrabass, bleibt da nur der Part des bewundernden Nebendarstellers.

Bei Liberetto ist der Mann am Bass der Hauptdarsteller. Vor knapp zehn Jahren startete Lars Danielsson dieses musikalische Projekt, das sich ebenfalls grenzgängerisch, allerdings deutlich stimmiger zwischen Klassik, Jazz und Weltmusik bewegt. Der heute 62-jährige Schwede hatte damals schon eine lange Karriere als gefragter Sideman auch bei prominenten US-Kollegen und eine Serie eigener Bands hinter sich. Liberetto, gebildet aus dem Klassikbegriff „Libretto“ und dem lateinischen Wort für „frei“, war dann so etwas wie die Essenz der eigenen musikalischen Ideen.

Eine Premiere

Die Erfahrungen des klassischen Cello-Studiums flossen da genauso ein wie die Improvisationskunst des Jazz, den er bei dem großen Niels-Henning Ørsted-Pedersen kennengelernt hatte, dazu die Grooves und Melodieinspirationen der Weltmusik. Unterstützt wird Danielsson dabei vom britischen Gitarristen John Parricelli, dem aus Martinique stammenden Piano-Talent Gregory Privat und Schlagzeuger Magnus Öström, der schon die Musik von E.S.T. in hypnotische Schwebezustände versetzte. Aufgrund des monatelangen Lockdowns beim Konzertgeschehen war der Abend auch noch eine Premiere, die Stücke des neuen Liberetto-Albums „Cloudland“ waren erstmals in Deutschland live zu hören.

Weitere Termine

 - 14. August: Söhne Mannheims Jazz Department in Rohrbach - 21. August: Cecile Verny Quartet in Deidesheim - 28. August: Sebastian Studnitzky in Neustadt

AusgabeDie Rheinpfalz - Nr. 176
Datum Dienstag, den 10. August 2021
Seite8