22.07.2022 - Ganna Gryniva Band
Weingut Ökonomierat Lind | Hauptstraße 56 | 76865 Rohrbach
22.07.2022 - Gerald Clayton Trio
Weingut Ökonomierat Lind | Hauptstraße 56 | 76865 Rohrbach
23.07.2022 - Leléka
Weingut Ökonomierat Lind | Hauptstraße 56 | 76865 Rohrbach
23.07.2022 - DePhazz / 25. Jubiläum
Weingut Ökonomierat Lind | Hauptstraße 56 | 76865 Rohrbach
29.07.2022 - Maciej Obara Quartet
Weingut Ökonomierat Lind | Hauptstraße 56 | 76865 Rohrbach
29.07.2022 - Pawel Kaczmarczyk Trio
Weingut Ökonomierat Lind | Hauptstraße 56 | 76865 Rohrbach
30.07.2022 - Triosence
Weingut Ökonomierat Lind | Hauptstraße 56 | 76865 Rohrbach
30.07.2022 - Adam Baldych Quartet
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Alles Familie

18.07.2022

Er ist so etwas wie der Star des Festivals: Der amerikanische Pianist Gerald Clayton.

Er eröffnet mit seinem Trio am Freitag Palatia Jazz. Zwei Konzertwochenenden bringt es in den Garten des Rohrbacher Weinguts Ökonomierat Lind. Im Gepäck hat der 38-Jährige sein neues Album „Bells on Sand“.

Von Dietrich Wappler

Bei dieser Familie ließ sich eine Musikerkarriere kaum vermeiden: Die Mutter eine niederländische Klassikpianistin, der Vater ein prominenter US-amerikanischer Jazzbassist und Bigband-Arrangeur, der Onkel ein renommierter Saxofonist und Klarinettist. Vor allem sein Vater war wichtig für den jungen Gerald Clayton. Er brachte ihm nach klassischem Klavierunterricht den Jazz nahe und war später einer seiner musikalischen Ausbilder. Aber auch die Orte seines Lebens hinterließen Spuren.

Geboren ist er in Utrecht, aufgewachsen in Kalifornien, mit Anfang 20 wechselte er in die Jazzmetropole New York, wiederum zehn Jahre später kehrte er nach Los Angeles zurück. Man kann all dies spüren und hören in der Musik dieses ungewöhnlichen Pianisten: die europäische Klassiktradition, die Entspanntheit der amerikanischen Westküste, die Hektik New Yorks. Und immer spielt die Tradition eine wichtige Rolle, auch die der eigenen Familie. Etwas ganz Eigenes ist aus all dem entstanden.

Gerade hat Gerald Clayton sein zweites Album für Blue Note veröffentlicht, nach einem Livemitschnitt aus dem Village Vanguard vor drei Jahren folgte nun das erste Studioalbum, überwiegend aufgenommen im Trio, der klassischen Besetzung für einen Pianisten, der zeigen will, was er draufhat. Aber über diese Phase ist der 38-Jährige längst hinaus, muss nichts mehr beweisen.

Auf dem wunderbar vielseitigen Album „Bells on Sand“ nimmt er sich pianistisch eher zurück, zeigt sich in ganz unterschiedlichen Konstellationen. Zweimal ist er als Solist zu erleben, in einem Stück hat er seinen langjährigen Mentor Charles Lloyd hinzugeholt, in zwei weiteren die junge portugiesische Sängerin Maro. Am Schlagzeug sitzt Justin Brown, und den gestrichenen Kontrabass spielt sein Vater John Clayton. Auch die Musik ist sehr unterschiedlich, neben Eigenem, einem Standard und Werken des spanischen Klassik-Komponisten Federico Mompou gibt es auch ein Spiritual, geschrieben von seinem Onkel Jeff Clayton.

Familie, Tradition, Jazzgeschichte, das waren für Gerald Clayton keine Dinge, gegen die es zu rebellieren galt. Sein Vater war einer seiner Lehrer an der Musikabteilung der University of Southern California. Seinen Abschluss machte er dort 2006, holte im selben Jahr einen zweiten Platz beim renommierten Thelonious-Monk-Wettbewerb. Besser war damals nur Tigran Hamasyan.

Befragt nach seinen Vorbildern, nennt er neben seinem Vater Oscar Peterson, Ray Brown und Monty Alexander, zu dessen Klaviertrio sein Vater wiederum lange gehörte. In seinen Anfangsjahren spielte Gerald Clayton auch mit den Clayton-Brothers zusammen, dem Ensemble von Vater und Onkel, und dem von John Clayton geleiteten Clayton-Hamilton-Orchestra. Bebop und Blues wird da gespielt, oft sind Sängerinnen dabei.

In New York gehörte er drei Jahre lang dem Quintett und der Bigband des Trompeters Roy Hargrove an, begleitete Vokalistinnen und Vokalisten wie Diana Krall, Michael Bublé und Roberta Gambarini, spielte aber auch mit Ambrose Akinmusire, Ben Wendel, Schlagzeugerin Terri Lyne Carrington und Charles Lloyd. In dessen Band sitzt er seit acht Jahren immer wieder mal am Piano, auch bei Palatia Jazz konnte man das erleben.

Nein, eindeutig festzulegen ist dieser Pianist nicht. Um den Mainstream macht er keinen großen Bogen, mag melodische Themen, lyrische Improvisationen, gleichzeitig ist ihm alles Plakative, alle Kraftmeierei fremd. Er spielt feinsinnig, abgeklärt, mit viel Raffinesse und überraschenden Details, die dann wieder ganz weit weg sind von jeglicher Mainstream-Gefälligkeit. Sechs Alben sind bislang erschienen, sein Debüt war „Two-Shade“ 2009, das vom Kritiker des britischen „Guardian“ überschwänglich gefeiert wurde. Der verglich den damals 25-Jährigen gleich mal mit Art Tatum, Brad Mehldau und Ahmad Jamal. Auch später sind die Kritiker immer wieder begeistert: „Seine Songs präsentieren sich in einen poetischen Zauber gehüllt, schimmern fluide, haben Tiefgang, atmen Licht und Leben“, jubelt der NDR über „Bells on Sand“.

Live beim Konzert kann man Gerald Clayton aber auch noch von einer anderen Seite kennenlernen, neben seiner poetischen zeigt er da auch eine robustere Seite, lässt, neben Oscar Peterson auch Thelonious Monk durchscheinen, wagt sich vor in abstraktere Improvisationslinien. Auf dem exzellenten Live-Album „Happening: Live at the Village Vanguard“ kann man dies nachhören oder eben beim Auftritt in Rohrbach. Begleitet wird er dort von seinem langjährigen Weggefährten Joe Sanders am Kontrabass und dem Schlagzeuger Gregory Hutchinson. Beide haben auch schon in der Band von Charles Lloyd gespielt, ist halt alles Familie irgendwie.

AusgabeDie Rheinpfalz
Datum Montag, den 18. Juli 2022